Schwirren

Die zeichnerischen Strukturen der Buchmalereien erinnern mich an meine Bleistiftzeichnungen in den Siebzigerjahren. In den Liniengeflechten, die vor der Natur entstanden, suchte ich nach meiner eigenen Handschrift. Der Gestus orientierte sich an impressionistischen Linienführungen, schwirrenden Bewegungen beim Ansehen der Vorgänge um mich herum.

Die jetzige Suche ist eine andere. Aus den Linienzusammenballungen, die wie von alleine entstehen, treten jetzt Atmosphären, Figuren und Gegenstände hervor, die meine inneren Bewegungen nach außen bringen. Ich sitze nicht mehr vor der Natur draußen, sondern im Schwirren meiner Synapsen.

Dadurch klären sich abstrakte Befindlichkeiten, werden handfeste, mit den Augen ablesbare Handlungen. Verwirbelungen bringen einen Körper hervor, der dann verwischt wird. Die Spur dieser Sekunde lebt in einem Handabdruck im nächsten Bild wieder auf, schafft ein schmales Wesen, das zart einer harten Umrisslinie gegenübersteht. Aus einem Wirbel daneben schert eine Konstruktion aus, die eine neue Figur berührt…