
Immer wieder kommt es zu Verwechslungen der Zeichnungsrichtungen der Einzelteile des Tanzfrieses auf Transparentpapier. Und leicht passiert eine seitenverkehrte Übertragung des Entwurfes auf die Grundplatte. Die seitenverkehrten Formen stehen überall rum und schnell schaltet das Gehirn um und die Rückseite des Transparentpapiers wird die Vorlage. Und als ich am Morgen ins Atelier kam, sah ich, dass mir genau das bei Relief 4 passiert war. Also noch mal von vorne! Aber gleichzeitig denke ich an eine Erweiterung um diese seitenverkehrte Schicht als Rückseite eines Sandwichs.

In der Nacht erschien mir ein kreisrundes, schwebendes Objekt, aus mindestens zwei Abläufen des fünfteiligen Frieses. Die Rückseiten zeigten schwarz nach außen und waren von einer hellen Gitterkonstruktion umgeben, die das ganze hielt. Um ins Innere zu gelangen, musste man sich etwas bücken, um die leuchtenden Farben der Buchmalereien auf der Innenseite zu sehen.

Die ersten weiß grundierten Reliefs versah ich mit Tuschzeichnungen, die in den vertieften Linien verlaufen. Sie haben unterschiedliche Charaktere. Mal krakelig mit schwarzen Spritzern, mal weich, mit den Pinsel breit ausgeführt. Und dann stellte ich mir vor, wie diese Struktur in weiche Farbwolken übergeht aus denen Figuren wachsen, die nichts mit den Linien unter ihnen zutun haben.
