
Die langen warmen Tage strecken die Zeit. Sie scheint zähflüssiger zu vergehen, ist verwischt und bildet Blasen. In ihnen entstehen die kleinen Partikel der Buchmalereien. Zuerst meist rechts unten auf der Doppelseite. Von dort breiten sie sich zunächst zum oberen Format aus, bilden kleine Inseln, die bald zusammenwachsen.

Es entsteht eine Rückkopplung mit dem Gehör, das Einzelgeräusche wie Musik aufnimmt und mit den sichtbaren Mustern auf dem Papier interagiert. Die eigentlichen wichtigen Ereignisse finden auf den Wegen zwischen Gehör und Sehnerv statt. Die Beweglichkeit dieses verschmolzenen Materials, ähnelt der Opernstruktur.

Und was ich schreibe, sind Linien. Die fragmentarische Figuren entstehen lassen. Partikelmuster und sich bewegende Kontinentalplatten. An den Rändern stehen sich gegensätzliche Aggregatzustände gegenüber. Weit oben das Eis, weit darunter Lava. Auf dem Papier meiner Bücher zeugen manche Abdrücke von diesen Vorgängen.
