
Am Morgen überraschten mich die Farben der Buchmalereien. Ich lasse sie gewähren, denke kaum über sie nach, nur manchmal blitzt ein „Monikagrün“ auf, bevor es auf dem Papier landet. Oder der Gleichgewichtssinn tariert die Anteile der Kontraste aus und die Verteilung der Farbtemperaturen.

Gestern arbeitete ich lange und konzentriert am letzten Relief. Zwei Drittel sind modelliert. Das Ende dieses Arbeitsschrittes fällt in die kommende Woche. Vor meinem Auge entstand ein großer Pappmachéklumpen, der auf einer Seite von einem eingeprägten Relief begrenzt war. Man kann ihn wie einen abgesägten Berg auf die Schnittfläche, das Relief, stellen. Das ganze Gegenteil von den filigranen bisherigen Abformungen. Immer mehr Bilder tauchen auf, wie sich das Projekt weiterentwickeln kann.

Beispielsweise erzählte ich dem Ehrhardt, einem Bekannten, der aus Thüringen stammt, von den Zöglingsportraits gestern beim Mittagessen im Restaurant gegenüber. Ich erzählte ihm auch die Entstehungsgeschichte, die auf dem Erleben vom Jugendwerkhof Gerode gegründet ist. Auch diese Punktrasterportraits könnte ich modellieren und mit den Tanzreliefs verschneiden. So entwickelt sich die Retrospektividee zusammen mit dem Undertainment – Relieffries weiter.
