Prozessionsdreieck

Wenn ich über die Bemalung der Tanzreliefs nachdenke, erscheint mir die Lasurmalerei als sehr geeignet. In diesem Zusammenhang sah ich eine Dokumentation über die Farbigkeit antiker Skulpturen. Wie man sich im Liebighaus in Frankfurt damit beschäftigt hat, ist interessant. Die Ergebnisse der Rekonstruktion allerdings, erscheinen mir zu plakativ. KI – generierte Versuche bewegen sich in Richtung Naturalismus, was der Sache vielleicht näher kommt.

In meiner Reliefbemalung sollen allerdings eher die Tanzerfahrungen eine Rolle spielen, die Verinnerlichung fremder Bewegungen in verschiedenen Raumverhältnissen. Die Räume der Liniengeflechte werden von Farbschichten durchzogen, die sich überschneiden. Schnell können solche lasierenden Farbfelder etwas schematisch aussehen. Dem wirken Zufall und Spontaneität entgegen.

Die Verzierungen, die ich an „meiner“ Vaganteneiche angebracht habe, sind teilweise entfernt und zerstört worden. Das brachte mich auf die Idee, noch einmal von vorne anzufangen. Diesmal soll in einer schwer zugänglichen Höhe ein Ornament aus Muscheln entstehen. Es kommuniziert mit zwei Gestaltungen an anderen Baumstämmen. Somit entsteht ein Beziehungsdreieck. Die Linien zwischen den Baumeckpunkten sind Prozessionswege, die mit den Baumgesängen begangen werden, die ich in den letzten Monaten, am Stamm lehnend, festgehalten habe.