Näher

Die kleinen Reliefobjektexperimente wirken leicht, verspielt, etwas unernst und nicht so verbissen zielstrebig. Das tut meinem Arbeitsalltag gut. Auch die sparsamen Buchmalereien dieses Morgens atmen diese beflügelnde Frische. Diese kleinen Bilder kommen mir gerade immer näher.

Beim Zurückschauen auf die Arbeit der vielen Jahrzehnte, begegnen mir häufig Strukturentwicklungen und Denkfiguren, die mir noch immer sehr nahe sind. Es wäre einen Versuch wert, sie aufzureihen zu einem Fries auf Transparentpapier, um sie dann durch die Spiralbewegung des Aufrollens zu überlagern, bzw. einen Raum daraus zu bilden. Naturstudium, Holzschnitte, Bühnenzeichnungen der Achtzigerjahre verbinden sich mit den abstrakten Figurationen der Gegenwart zum Raum der Lebenszeit.

Gestern stieg der Ballon am Ende von Annes Roman auf und gab den Blick auf den grauen Ozean frei. Und dabei kommt die Bedeutung der Muscheln für die wandernde Menschen in der Vergangenheit in den Sinn, die sie mit sich führten, am Hals trugen oder manchmal verschenkten. Sie waren am Meer oder wollen dort hin, z.B. nach Finisterre.