Kreis

Gleich nach dem Frühstück, in der Kühle des Morgens, wässerte ich die Gärten beim Atelier, den Wildwuchs vor meinen Rolltoren, die Kräuter des Restaurants und die Wiese. Nebenbei sah ich die Arbeit der letzten Tage, nach einer eintägigen Pause, die ich in Thüringen bei meiner Mutter verbrachte. Die Objekte kamen mir etwas fremd vor, was zu einem Perspektivwechsel führen kann.

Deshalb schaue ich nun gerne auf die Arbeit, die mir bevorsteht. Oberflächlich besteht sie aus Spiel, Experiment, Ausprobieren und Verwerfen. In den Objektbau spielt aber auch der Gedanke, der dem Relieffries zugrunde liegt, nämlich der der Kreisform und der Unendlichkeit eines Zylinders. Weil das Ende der Aneinanderreihung der Motive an den Anfang anschließt, lassen sich die Reliefs beliebig oft aneinanderreihen. Der Zylinder würde dann immer breiter. Auch die Objekte, die mit den Reliefs verbunden sind, sollten diesem Gedanken folgen.

Wenn nun aber das Modellieren der letzten zwei Reliefs ansteht, geht es nur um die Umsetzung der Entwürfe. Dort findet das Spiel in eingegrenztem Terrain statt. Nur die Bemalung hat wieder viele offene Möglichkeiten bereit, von Schwarzweiß bis hin zur Farbigkeit der Buchmalereien.