KI und Mittelalter

Ein zweites Mal sahen wir die in der Schirn die Ausstellung THE WORLD THOUGH AI. Diesmal konnte ich meine Arbeit in Beziehung zu den Vorgängen und Haltungen zur künstlichen Intelligenz stellen. Rein äußerlich sind die Gitterobjekte mit ihren schwebenden Relieffragmenten und Weidenschwüngen manchen gestalteten Fragestellungen ähnlich. Auch in der Haptik gibt es Berührungspunkte. Der entscheidende Unterschied ist mein völliger Verzicht auf Korrekturen durch KI oder auf Nachfragen in diese Richtung.

Ein poröses Muschelstück löste ich aus einer Kette von aufgefädelten Meeresfundstücken. Mit diesem harten Material kann ich Abdrücke in das Papier des Tagebuches drücken, das ganze durch Schraffuren hervorheben und mit einem feuchten Handballen weiter verarbeiten, die Formen vertreiben, wie die Farben. Weicher Nebel tritt in die harten, konstruktiven Linienbündel.

Am Sonnabend fällte ich etwa 10 armdicke Essigbäume und band sie mit einer Kokosschnur zu einem Bündel zusammen. Das schleifte ich über den Betonplatz und die Wiese an den Bahndamm. Während mir die Schnur mir beim Ziehen in meine Hände schnitt, dachte ich: “Wie im Mittelalter!“