
Mit meinen verletzlichen Arbeitsergebnissen befinde ich mich in einer gewaltvollen Umgebung. Oft erwarte ich, bei meiner morgendlichen Ankunft im Atelier, Verwüstungen der vorausgegangenen Nacht. Der Baumstamm den ich mit Schülern bearbeite ist großflächig angebrannt worden. Montageschaum wurde auf einer Fläche von etwa 200 Quadratmetern auf den Boden gesprüht. Auch mein Einbaum hat davon etwas abbekommen. Vorgestern war eine randalierende Kinderbande zu beobachten, die ich zur Rede stellte und mit ihnen das wieder reparierte, was sie im Vorbeigehen zerstört hatten.

Mit freudiger Farbigkeit und vorsichtiger Zurückhaltung reagieren meine Buchmalereien gegen all diese zunehmende Gewalt. Vorboten der nationalistisch-rechtsradikalen Kulturpolitik liegen in der Luft. Zunächst werden die Menschen in Sachsen-Anhalt ihre Stimmen so zahlreich für die entsprechende Partei abgeben, dass sie an die Macht kommt. Was wird aus den Theatern, Museen und Gedenkstätten? Wie reagieren die Künstler und Wissenschaftlerinnen?

Bei der Arbeit an den Tanzreliefs bin ich aus dem Tritt geraten. Stattdessen weißele ich die Weidengeflechte, schiebe damit den nächsten Formenbau vor mir her. Also sollte ich ganz in Ruhe damit beginnen, ohne Hast einen Rahmen bauen, der dann auf die Grundplatte montiert werden kann. Dann alles abdichten und eine Pause einlegen…
