FRÜHER WAR ALLES BESSER

Die Muster, die ich mit den Steinoberflächen in die Seiten des Tagebuches präge und mit dem Handballen übertrage, stellen sich vor die Nachrichtentexte. Die Zerstörungen von Menschenleben finden sich nur in den Fragmenten der Figuren wieder. Die Gravitation des Hasses schafft die blutigen Zentren auf der Oberfläche der Orte der Zusammenkünfte. Worte fallen in den Untergrund und kontaminieren das Grundwasser. Die Bäume des Tiergartens trinken davon und akkumulieren die Klänge und den Sinn. Es raschelt ein Doppelgänger im Dickicht.

Am Morgen fuhr ich zuerst zum Tanken und dann zu den Gärten, die gewässert werden sollen. Seit Wochen hat es nicht geregnet. Sprunghaft wechselt der Benzinpreis seine Höhe je nach Kriegslage. Eine neue Hitzewelle läuft auf uns zu. FRÜHER WAR ALLES SCHÖNER.

Die Buchmalereien leben derzeit von den Schichtungen der Steinstrukturen und ihren wechselnden Einfärbungen. Das führt zu ruhigen und gleichzeitig aufgelockerten Kompositionen. Figurenanklänge wachsen von alleine aus den Schichten als wollten sie das Sterben überall ungeschehen machen. Es wächst ein Ersatzreservoir des Lebendigen. Nur Andeutungen verheißen diese Parallelräume voller Kreaturen.