Farbklangräume

Die Farbklänge des Morgens hatten eine Wirkung wie Gesang im Kopf. Diesen auf die Reliefs und in die Objekte zu übertragen, wäre ein Schritt für die nächsten Arbeitsmonate. Das kann an wenigen Stellen ganz leise beginnen, wie ein Farbklang der sich ausdehnend in die Räume begibt.

Gestern modellierte ich das fünfte Tanzrelief fertig. Zum Ende hin verschwand die Wehmut darüber, dass dieser schöne Arbeitsschritt, der sich über eine ganze Weile gestreckt hatte, nun ein Ende fand. Im Zusammenhang mit den Zöglingsportraits, die ich mich auch als Reliefs vorstellen kann, lese ich „Mein Sturm und meine Zuflucht“ von Arundhati Roy. Die ungeschminkte Schilderung der Brutalität ihrer Mutter, die sie immer nur bei ihrem vollen Namen nannte, und der Schule, die sie leitete, verbindet sich direkt mit meiner Kindheit in Gerode unter meinem Vater Dieter Reinecke.

Die Verbindungen zwischen dem Väterprojekt, den Zöglingsportraits und dem Vorhaben der Retrospektivarbeit, entwickeln neue Räume. Nun, da die Tanzreliefs alle modelliert sind, könnte ich die Transparentpapierrolle wieder hervorholen, um dieses Themengeflecht zu entwickeln.