
Im dichten Gestrüpp des Gärtchens begann gestern, mit der Aluminiumleiter in der Sonne, etwas zu spät im Jahr, der Baumschnitt. Die dornenreichen, langen Äste der Robinie fielen, von der Baumschere gekappt, wütend auf mich herab, verhakten sich in der Haut meiner Hände und in den Wollschlingen des Schals. Äste, die sich meinen Atelierfenstern näherten, an ihnen klopften oder im Wind hin und her schliffen, mussten dran glauben.

Fast schon zu Hälfte ist die Tempellinie aus Madurai auf einen einzelnen Transparentpapierstreifen übertragen. Und das etwas steife Material erweist sich als gut weiterverwertbar. In der Nachbearbeitung erhält es etwas mehr geschmeidige Bewegungsfreiheit. Ein glücklicher Moment. Daneben liegen meine Fundstücke von der Reise, die entweder von den Damen herab gefallen waren oder aus Werkstätten und Gewürzplantagen stammten. Es duftet nach Indien!

Auf dem Heinweg, währen der Überquerung des Gustavsburgplatzes, sang leise, andauernd und eindringlich eine Amsel im Geäst eines der alten Bäume. Mich erwärmte das. Aber in der Nacht schneite es stark und hört auch noch nicht auf. Die Baumäste leuchten hell, Autos verschwinden unter der Flockenschicht im leisen Fallen.
