
„Wish You Were Here“, das Lied von Pink Floyd hörte ich am Vormittag in der Küche. Dabei stieg das Gefühl der großen Hoffnungslosigkeit aus dem Jahr 1975 in mir auf. Für Menschen, die diese Erwartung des lebenslänglichen Eingesperrtseins nicht durchlebt haben, ist es kaum nachvollziehbar, wie leer damals uns unsere Zukunft erschien. Obwohl ich mir zehn Jahre später die Freiheit erkämpft hatte, diese Möglichkeit schien zuvor nicht real, bleibt die Erinnerung an diese hermetische Zeit sehr nah und nagt manchmal noch an mir.

In meinem Retrospektivvorhaben kann ich dieses Gefühl noch einmal in den Arbeiten aus dieser Zeit suchen. Es gibt Selbstportraits aber auch viele Bühnenzeichnungen aus Dresden, die das thematisieren könnten. Die verstellte Zukunft aus der jetzigen Perspektive ist ein Thema!

Übermorgen beginne ich mit dem vierten Relief. Vorzeichnung auf der Grundplatte, Modellieren in Ton, Formenguss mit Gips… Mal schauen ob ich das in einer Woche schaffe. Weil es aber schöne Arbeit ist, sollte ich mir ruhig Zeit nehmen.
