
Es gibt Orte in der Nähe der Städte, in denen ich in der Vergangenheit gewohnt habe, vom denen ich zwar hörte, sie aber nie sah. Gospiteroda ist solch einer. Diese winzigen Weiler mit wenigen Häusern, Scheunen und Ställen, meist aber mit einer Kirche, liegen weit ab, sind verkehrlich nur sehr bescheiden angebunden. Cumbach ist auch so ein Ort der Einöde, dessen Bewohner angsteinflößend wirken und nur grimmig Auskunft über den Weg zu den Teichen geben.

In Waltershausen waren wir in dem Schwimmbad, in dem ich die Sommer meiner Kindheit und Jugend verbracht habe. Wir saßen nach dem Schwimmen auf einer Bank neben dem Sprungturm und sahen den Kindern beim Springen zu. Sie machten es genauso, wie wir vor sechzig Jahren. Die kindlichen Gefühle stiegen als Ahnung wieder in mir auf, noch nichts wissend vom Eingesperrtsein.

Wieder zurück in der Stadt, ging ich gleich zum Atelier, um die Pflanzen zu gießen, die drei Tage ohne mich auskommen mussten. Und ich konnte nun nicht mehr der Versuchung widerstehen, die Form mit der Hilfe von zwei Holzkeilen vom Modell des vierten Reliefs abzuheben. Sie ist außergewöhnlich gut gelungen. Keine Blasen, sehr genaue Abformung und muss nur minimal nachgearbeitet werden.
