Der Preußische Ikarus

Am Morgen dachte ich an den Preußischen Ikarus, das Lied, das Wolf Biermann für mich alleine im Heidelberger Stadttheater gesungen hatte. Während der Vorbereitungen auf sein Konzert, erzählte ich ihm von unseren Unterschriftenlisten an der PH Erfurt gegen seine Ausbürgerung und davon, dass wir seine Texte mit alten Schreibmaschinen und Durchschlägen vervielfältigt hatten. Darauf sagte er auf den leeren Zuschauerraum weisend: „setz dich mal hin.“ Und dann spielte er das Lied.

Gestern modellierte ich das dritte Tanzrelief fertig. Nach ein wenig Überarbeitung ist es bereit für den Formguss. Die Pappmachéexemplare der ersten Reliefs, die in Ruhe trockneten, sind ganz eben und bretthart. Dieser Arbeitsprozess zog mich heute am Sonntag doch wieder ins Atelier.

Aus der Weide, deren Triebe mit den Schülern zu Ringen geflochten wurden, schnitt ich die trockenen Flechtwerke, die nicht mehr weiter wachsen wollten, heraus. Nun habe ich sehr interessante, verschlungene Figuren, die ich zur Ergänzung und Erneuerung der alten Dreiecksgitterstrukturen verwenden kann.