Anderes Licht

Über die Recherchen meiner Tochter zu den weit verzweigten Familiennetzen unter den Namen Fitzner, Wolf und Reinecke, gab es ein langes, ruhiges Gespräch mit meiner Mutter. Mein Vater hatte sich von dieser Geschichte gründlich distanziert. Durch seinen Förderer, dem Architekten Stefanowitz, entfernte er sich aus der proletarischen Welt der Zimmerleute und Gleisbauer und strebte eine pädagogische Laufbahn an. Der Bastard einer Näherin und eines fahrenden Tischlers, wurde ein sozialistischer Erzieher.

Der Tag in Thüringen mit der fünfstündigen Fahrt über die Autobahn und den Unternehmungen mit meiner greisen Mutter, strengte mich an. Das Väterrelief mit den ineinander verwobenen Rasterportraits von Oskar Fitzner und meinem Vater, erscheint mir in einem anderen Licht. Der Akt, sie zusammen zu bringen wendet sich gegen die Absetzbewegung meines Vaters.

Am Morgen gingen mir meine Materialien Gips, Papier, Holz und Wandweiß, Tusche, Graphit und Schellack durch den Kopf. Aber diesmal ging es um skulpturale Formen, gespannte, leicht gewölbte Flächen, rissig und geschliffen mit zeichnerischen Elementen. Das verbindet sich mit der Arbeit an den Gitterobjekten.