Verdeckte Strukturen

Beim Modellieren vergrößert sich der Abstand von innen und außen. Beispielsweise dringe ich tief in Erinnerungen ein und empfinde alte Verhaltensweisen nach. Von außen aus den Radio erfahre ich, dass Lily Sykes ein Stück von Roland Schimmelpfennig gemacht hat. Erlebnisse mit beiden in zeitlich großem Abstand vermischen sich. Mit Roland auf dem Dach des Heidelberger Theaterfoyers, mit Lily in unserem Auto in Frankfurt.

Neben der plastischen Arbeit auf der Grundplatte liegt die Form des seitenverkehrten ersten Fehlversuches des fünften Tanzreliefs. So kann ich direkt schauen, was ich parallel modelliere. Gleichzeitig bilden die beiden fertigen symmetrischen Exemplare eine herausfordernde Konstellation. Aus dieser Zweiseitigkeit entsteht die Idee der Gegenarbeit. Faul schmiegen sich die Reliefs Rücken an Rücken, dämmern unfarbig nachts vor sich hin.

Nicht ignorieren lässt sich der Muschelhaufen auf dem Tisch vor dem Rolltor in meinem Rücken. Er holt mich in den Teil meiner Realität zurück, dessen Gewicht die Bilder schwerer macht. Die Schichten der zweiten Malerei von gestern, ließen sich nicht mehr aufhellen. Die verdeckten Strukturen erinnern mich an die Arbeit in den Siebzigerjahren.