Eile

Ein weiches Gummigymnastiktool, das man mit der Hand umschließen kann, habe ich umfunktioniert. Es dient mir dazu, die eingefärbten Steinoberflächen in die Buchmalereien zu drucken. Das gelingt besser, als mit meinem Handballen, weil sich das Material weiter in die Vertiefungen drücken lässt. So werden die Formen, auch wegen der geschlossenen Gummioberfläche, prägnanter auf das Papier übertragen.

Ungewollt gerate ich mit dem Modellieren in Eile. Es ist, als müsste die Arbeit in genaue Zeitabschnitte eingepasst werden. Dreiviertel der Fläche ist modelliert und gerne würde ich heute damit fertig werden. Deswegen bin ich schon viel zeitiger als sonst im Atelier und schaue auf die Uhr. Dabei wollte ich mir für diese schöne Arbeit Zeit nehmen und sie genießen.

Aber ich habe den Monatsabschnitt bis zu unserer Reise vor Augen und möchte spätestens am Ende der kommenden Woche mit dem vierten Formenbau fertig sein. Dann folgt das letzte Relief, dessen Entwurf auch noch fertig gezeichnet, vergrößert und auf die nächste Platte übertragen werden muss, bevor ich mit der Tonarbeit beginnen kann. Für alles habe ich 14 Tage.