
In meiner Erinnerung haben wir in Gerode als Kinder manchmal versucht, ausländisch zu sprechen, ein Phantasiekauderwelsch, weil uns das exotisch vorkam. Es gab keine Fremdsprachen um uns herum. Und vielleicht haben wir doch irgendwann einmal jemanden gehört, der anders sprach als wir. Nur auf der Kurzwelle konnte man, von weit her, fremde Töne aufschnappen. Jetzt horche ich auf, wenn auf der Straße unter meinem Balkon deutsch gesprochen wird.

Im Atelier begann ich mit dem Modellieren. Es geht langsamer vorwärts als ich erinnere. Gerade mal eine handtellergroße Fläche ist entstanden. Immer wieder geht mir die Objektarchitektur im Zusammenspiel mit dem Relieffries durch den Kopf. Es kommt mir in den Sinn, die Dreiecksstruktur teilweise zu verlassen, um freier konstruieren zu können.

Bei der Betrachtung des zu erwartenden Wahlverhaltens in der ehemaligen DDR, fürchte ich mich vor einem System, das dem, das ich verlassen hatte ähnelt. Ich habe keine Lust, noch einmal unter diesem autoritären Druck zu leben und zu arbeiten.
