Reduktion neu

In schlängelnden Bewegungen kringelten sich hunderte von Mückenlarven in einem Wasserbottich meines Gärtchens. Ich goss das Wasser und alles, was ich mit hineingelegt hatte aus: ein Speichenrad, zwei Schläuche, ein Bergkristallstein, Weidenruten, die Wurzeln ziehen sollten und ein Bodensatz aus Laub von zwei Jahren. Aus solchen Laubschichten besteht die völlig durchwurzelte Erde, die meinem Dschungel auf dem Beton Nahrung bietet.

Die Reduktion der Buchmalereien folgt dem Kraftangebot meines Körpers und meines aufgeweichten Geistes nach der letzten Hitzeperiode. Dadurch finden sich wieder Ansätze, die neu sind.

Durch eine Wischbewegung entstand in der dritten Malerei eine Figur, die ich mit einer roten Linie umschloss. Mit dem Rest des Wassers, in dieser Form an meinem Handballen sitzend, löste ich mit etwas Druck die Farbschichten auf einem Lavastein an. Zunächst auf meiner Haut, dann als Abdruck auf dem Papier, entstand dieselbe Figur, nur mit anderen Inhalten, die sich auf die alten Farben und die Steinstruktur darunter bezogen.