
Die Buchmalereien entstanden heute etwas weniger aufwendig, weil ich etwas in Eile bin. Aber auch diese Herangehensweise, mehr wegzulassen als sonst, hat ihre Vorteile. Arbeitsweisen werden sichtbarer, Schichten durchlässiger und Strukturen klarer.

Erhard aus Thüringen, den ich vor einer Weile kennen gelernt hatte, erzählte mir gestern von seiner Praxis als Lesepate in einer Schule in Nied. Er hielt mich etwas vom Arbeiten ab, was mir ganz recht war. Vor unserer Erholungsreise an die Bayrischen Seen, werde ich sowieso nicht mehr so viel hinbekommen, was meine aktuellen Projekte weiter schreibt. Stattdessen schneide ich Weiden zurück, damit die Seerosen mehr Sonne bekommen. Die Zweige stelle ich ins Wasser, damit sie Wurzeln treiben. Weiden wären auch am Bahndamm ganz schön.

In einem Dokumentarfilm über Gaudi und die Sagrada Familia begegnete mir die Zerstörungswut der Republikanischen Linken in der Form, dass sie das große Atelier des Architekten zerstörten. Parallel denke ich an die maoistischen Roten Garden, die die Buddhistischen Klöster auslöschten. Aber die große Kirche haben sie in Barcelona verschont. Deswegen kann ich nun für meine Arbeit studieren, wie skulpturale Formen aus den Konstruktionen wachsen.
