William Forsythe

Wir sahen gestern „Endless Love“ im Gallustheater, ein Tanzstück von Tony Rizzi. Er erzählte von seinem Leben als junger, schwuler Mann und seiner Faszination von Filmstars und deren Ruhm. Das inspirierte seine Karriere und tut es offensichtlich bis heute. Im Hintergrund der schmucklosen Bühne liefen alte Filmszenen und davor tanze Rizzi gemeinsam mit unserem Tanzlehrer Manuel.

Im Publikum war auch Bill Forsythe. Endlich ging ich zu ihm, um zu sagen, welche große Rolle seine Arbeit für meine Kunst spielte und immer noch spielt. Seit Jahrzehnten arbeite ich zu seinen Stoffen, nehme die Themen immer wieder auf, fülle meine Denkräume mit seinen Bewegungen auf der Bühne. Er bedankte sich sehr freundlich: „Schön, dazu etwas beigetragen zu haben.“ Nun bin ich geradezu erleichtert, das losgeworden zu sein, was mir seit über 30 Jahren auf der Seele lag.

Abdrücke meiner Steine, die ich an den Küsten sammelte, befinden sich nun als Spuren auf den Tagebuchseiten. Nachdem die Malereien eigentlich beendet waren, fügte ich dann doch noch Farbabdrücke der blasigen Oberflächenstruktur eines Lavasteins ein. Einen ähnlichen hängte ich heute mit einer Schlinge in die Borke der Vaganteneiche auf dem Gustavsburgplatz. Christian, mit einer Bierdose in der Hand, fragte mich nach der Bedeutung dessen, was ich da tue.