Monet im Städel

Im Städel sahen wir „Monets Küste. Die Entdeckung von Éretat“. Aber nicht nur Küstenbilder von Monet waren zu sehen, sondern auch solche von Courbet, Valloton und vielen Zeitgenossen. Außerdem gab’s Fotografie und Malerei bis ins frühe 20. Jahrhundert.

Es war genug Zeit da, um sich mit der Farbigkeit, den Strukturen und deren Übergängen ineinander zu beschäftigen. Die Behandlung der Wasserflächen geschah bei Monet fast naiv, mit Bogenstrichen, wie die von Kindern die Wasser zeichnen. Die Farben aber, sind ein Erlebnis. Im Nizza am Main tranken wir noch einen Aperol und verlängerten damit noch die Stimmung mancher Bilder.

Heute nahm ich den flüchtigeren Stil der Buchmalereien wieder auf. Gestern entstand er aus Zeitmangel. Heute aber kultivierte ich ihn in aller Ruhe. Anne schickte mir Fotos von alten großen Holzschnitten, die sie in Wiesenbach gefunden hat. Eine Auftragsarbeit aus den Achtzigerjahren. Erstaunliches Material!

Pfingspause

Trotz des Nachdenkens über die sparsameren Buchmalereien und ihre Vorteile, entwickeln sich die Dynamiken bei der Arbeit hin zur Opulenz. Diese Eigenbewegung kann bei den kleinen Formaten manches verschwinden lassen, das durchschaubarer, lichter und deutlicher macht, worum es mir in diesem Augenblick geht.

In den vergangenen Pfingsttagen machte sich eine Arbeitspause breit. Auf meinem Balkon finden sich Steine; Muscheln und Federn für planloses Kinderspiel ohne Ablenkung und Blick auf die Zeit.

Zwei Wiesengamsbärte stehen unter eine Glaskuppel geschützt im Wasser auf dem Ateliertisch. Ihre Samen sollen eine erneute Vermehrung dieser Pflanze, die sich von alleine auf der Wiese angesiedelt hat, ermöglichen.