Am Tisch

Vor meinem Balkon auf der Allee wurde der farbig leuchtende Gemüsestand aufgebaut. Sein Anblick hebt an jedem Freitagmorgen meine Stimmung. Und heute um so mehr, als die Frühsonne durch das frisch gewachsene Blätterdach der Allee strahlt. Nach unserem Treffen im Atelier gingen Barbara und ich gestern noch auf ein Bier auf den Gustavsburgplatz. Eine Band spielte im Gartenlokal von Caro und Lolek vor vielen jungen Menschen.

Am Tisch im Atelier bemalte ich Relieffragmente, schnitt ihre unregelmäßigen Umrisse etwas zurecht, um sie in die Gitterräume der Objekte einfügen zu können. Die kristalline Grundstruktur, in die schon die Schwünge der Weidengeflechte eingesetzt sind, hat eine weiße Grundierung bekommen. Jetzt können an manche Eckverbindungen schwarze Tuscheakzente gesetzt werden, die auslaufend in die Struktur sickern. Eine feuchte Pappe drückte ich in die dritte Tanzreliefform und verstärkte die Linien mit Graphit und Tusche auf weißem Grund. Das soll als weiteres Element etwas mehr Abgeschlossenheit, an manchen Stellen der offenen Komposition, ermöglichen.

Die Buchmalereien machen wieder Spaß und helfen mir. Alles andere Material erscheint mir wie ein kompostierter Humus, auf den weitere Dinge wachsen, die wieder und wieder verändert werden und so zu einer anderen Entwicklungsform hintreiben.