
Bei der Nacharbeitung der dritten Flachreliefform des Tanzrelieffrieses, macht sich der Arbeitsvorgang selbständig. Mit einem feinen Metallmesser aus der Porzellanmanufaktur Meißen, schneide ich Begradigungen, entferne Grate und Hintergriffigkeiten. Das wächst sich so aus, dass sich das ganze Bild langsam leicht verändert. Die Volumina der kleinen, flachen Erhebungen, vergrößern sich, wachsen etwas in die Höhe und nehmen auch leichte Formveränderungen an.

Heute kommen die Jungs aus der Hindemithschule nur ins Atelier, um ihre Arbeiten in das Museum für Angewandte Kunst zu transportieren. Auch ich werde eines der 16 Teile des Väterreliefs einpacken und mitnehmen. So soll klar werden, wie die Schüler zu ihren Strukturen gekommen sind, denn sie fertigten Frottagen von den Formen dieser Arbeit an und fanden daraus ihre eigenen Figurationen.

Gedanken über die Reduktion der täglichen Arbeit treten auf. Dabei geht es aber in erster Linie um die physikalischen Dimensionen der Ergebnisse. Irgendwann werden die Erben des Ganzen damit belastet. Und das möchte ich gerne in Grenzen halten.
