Zusammenklang

Wenn in den Malereien des Morgens schrille Farbtöne auftauchen, dämme ich sie etwas mit einer gegenfarbigen Intervention, die dem Gesamtklang zugute kommt. Am Morgen erschien mir der Pfeifton meines anhaltenden Ohrgeräusches lauter als sonst. Weil das Geräusch nur in meinem Kopf existiert, versuchte ich dort einen Gegenton herzustellen, der das helle Quietschen überdeckt und zurückdrängt. Und es kam mir nach etwas Konzentration so vor, als würde es bis zu einem gewissen Grad gelingen.

Die erste Tanzreliefform ist gestern endgültig fertig geworden. Nach den Korrekturen ist sie mit mehreren Schichten Schellack versiegelt worden. Wenn sie heute ganz durchgetrocknet ist, könnte ich die erste Abformung mit Pappmaché machen. Auch mit der zweiten Form bin ich so weitergekommen, dass ich entschieden habe, sie nicht noch einmal neu gießen zu müssen.

Die Buchmalereien beginnen derzeit zumeist mit Steinabdrücken. Je nach dem, wie ich mit den unebenen Oberflächen über das Papier ruckele, bilden sich serielle Vertiefungen ab, die durch mehrschichtige Schraffuren vielfarbig aufscheinen. Folgerichtig werden dann diese Steinoberflächen für Übertragungen in die Kompositionen eingefärbt und mit der Handkante in die Formate reingedruckt. Zum Ende hin entstehen Umrisse von Figurationen und Farbfelder, die dem Zusammenklang zugute kommen sollen.