Musikfarben formen Tanzräume

Modellieren mit Ton braucht etwas Geduld. Gestern blieb ich den ganzen Tag durchgehend im Atelier und arbeitete plastisch vom Mittag bis in den frühen Abend. Dabei schaffte ich das zweite Drittel des zweiten Tanzreliefs. In der Abendsonne ging ich mit der Gartenschere noch etwas an den Bahndamm. Dort entwickelt sich der Raum zwischen Bäumen und Hecken zu einer einladenden Landschaft. Ein grünes Halbrund im Rücken einer Bank erzeugt Geborgenheit.

Seit längerer Zeit hörte ich heute, wieder am Morgen während der Buchmalerei, die „Goldbergvariationen“ von Glenn Gould gespielt. Diesmal ließ ich mich direkt auf den Klang und die Rhythmen ein, zeichnete mit den Aquarellstiften und Pinsel im Schwingen des Spiels. Die Musik baute in dieser Weise eine engere Verbindung von mir zu den Malereien auf. Es entstand ein ähnliches Wohlgefühl, wie zwischen dem gestalteten Grün im wechselnden Licht-Schattenspiel.

Und nun entsteht eine Idee von einer musikalischen Bemalung der Tanzreliefs. So werden Pinsel und Stifte tänzerisch geführt. Musikfarben formen Tanzräume.