Revolutionen?

Von meinem letzten Besuch in Thüringen brachte ich ein Faltblatt über das Panorama Museum in Bad Frankenhausen mit. 1976 bekam Werner Tübke den Auftrag für ein Monumentalbild zum Bauerkrieg, der im DDR-Jargon „Frühbürgerliche Revolution“ hieß. Am 14. September 1989 wurde das 127 Meter lange und 14 Meter hohe Panorama eingeweiht.

Auch der Militärputsch 1917 in Russland und der folgende Bürgerkrieg wurden zur Revolution stilisiert. Aus dieser behaupteten Kontinuität schöpfte die Sozialistische Einheitspartei der Deutschen Demokratischen Republik ihre Daseinsberechtigung. Und nun nennen die Thüringer ihr Panorama Museum „Die Sixtina des Nordens“. Ende der Siebzigerjahre entdeckte ich den Manierismus im zeichnerischen Werk Tübkes, dessen Handwerk ich dennoch respektierte.

Heute, an diesem sonnigen Tag, kann ich mich ganz in Ruhe und störungsfrei des Tanzreliefs widmen. Die Form des ersten will ich überarbeiten, damit die Ausformungen reibungslos laufen können – eine Geduldsarbeit, die mit Fingerspitzengefühl durchgeführt werden will. Das zweite Relief ist zu einem Drittel modelliert und wird sicherlich in dieser Woche fertig.