
Auf der Grundplatte für das zweite Tanzrelief ist die Vorzeichnung gestern fertig geworden. Dann folgte der Guss der Form des ersten, das fertig modelliert war. Erst nach und nach kamen die vielen verschiedenen Arbeitsgänge in ihren Abfolgen aus der Erinnerung hervor. Die letzten Formen entstanden vor zehn Jahren für das Väterportrait.

Gelernt habe ich das in der Abendschule an der Kunstakademie in Dresden bei dem Bildhauer Wolfgang Friedrich. Wie er krempelte ich mir die Ärmel hoch und griff bis zum Ellbogen in den angerührten Gips, um die kleinen Klumpen zu zerdrücken, die beim Einstreuen des Pulvers in Wasser entstehen. In zwei Schichten entstand die Platte in einem Holzrahmen, den ich vorher angefertigt hatte.

Am Morgen dachte ich an die vielen Arbeiten in den Schubladen, Regalen und Schränken, die immer nur Zwischenergebnisse oder Wegmarken auf dem Weg der Suche darstellen. So, wie auch die Buchmalereien dieses Morgens, deren kleine Wildheit erhalten blieb, weil das Malen rechtzeitig beendet wurde.
