Auf die Spitze treiben

Am Morgen vor einem Reisetag, erledige ich noch gerne meine handschriftliche Tagebucharbeit. Je früher der Tag, umso schwerer fällt es, sich an den Tisch zu setzen und eine Konzentration aufzubringen, die dann in die Buchmalereien hineinführt. Aber die Überwindung lohnt sich, weil eine Energie entsteht, die aus den Bildern auf mich zurückleuchtet.

Auf Rolle 12 führte ich die erste Verdichtungsphase der Meenakshisequenz zu Ende. Ein ruhige Arbeit, die schon die Fortsetzung später im Auge hat. Und die sieht so aus, dass ich das Material noch dreimal durchzeichne, ohne dass neue Elemente hinzukommen. Mit diesen 3 Wiederholungen, die etwa 60 Zentimeter des 50 Meter langen Transparentpapierstreifens füllen, beginne ich dann die Rückrollphase. Vom Ende her überlagern sich die Liniengesträuche anders versetzt und verdichten sich noch mehr. Und dann kann ich hin und her rollen, um die Verdichtungen auf die Spitze zu treiben.

Im Studio unserer Tanzcompany führten wir unseren Workshop zu den choreografischen Techniken von Rosalind Crisp fort. Die Schichten unserer Körper konfrontieren wir dabei mit der Umgebung. Wie fühlen sich Haut, Muskeln und Knochen im Umgang mit der umgebenen Luft an, welche Bewegungen entstehen daraus. Eine größere, bestimmendere Rolle bei mir spielen dabei die Raumbezüge.