
Auch die Fortführung der Meenakshi Sequenz beschäftigt sich in besonderer Weise mit dem Raum. Während des Zeichnens vor Ort bewegte ich mich zwischen den hinduistischen Pilgern durch ihren Tempel und ließ die Bilder durch mich hindurch leuchten. Die Konturen dieses Lichts hielt ich mit einer Linie aus meinem Füller auf einem Zeichenblock fest. Sie streift durch die Säulenbestandenen Hallen um den Schrein herum.

Beim Zeichnen auf Rolle 12 bemerkte ich, dass das räumliche Erlebnis durch die Schichtungen der Umrisse aus dieser Linie wiederkehrt. Durch den zeitaufwendigen Vorgang des Übereinanderzeichnens wird das visuelle Erlebnis mit den Überlagerungen der vielen Konturen von Architektur und Skulpturen, auf einen Moment zusammengestaucht.

Die Fotos vom Inneren des Tempels von 2012, die wir damals noch machen durften, zeigen ein sehr lebendiges Treiben. Durch die aktuellen Festtage nahm in diesem Jahr die Menge der Pilger zu, so dass sie nicht mehr so viel Raum hatte, sich frei zu bewegen. Auch war eine gewisse Anspannung zu spüren, eine Angst vor Anschlägen oder Übergriffen anderer religiöser Gruppen.





















