
Neue Ansätze für die fortwährende Arbeit, finde ich im alltäglichen schönen Alleinsein im Atelier. Langsam bekommt das Aquarellieren mit spitzen Pinseln wieder seinen Auftritt. In den Tagebüchern der Siebzigerjahre stehen Beschreibungen von Lichtverhältnissen und deren malerische Umsetzung in Aquarellen, die ich oft zwischendurch anfertigte, neben der Beschäftigung mit Anne, der Gartenarbeit oder dem Bau meines Ateliers im Garten. Die Farben waren das Antidepressivum inmitten der grauen Gegenwart der DDR.

Zusammen mit dem Gedanken an die Monumentalität innerhalb der kleinen Bilder in den Tagebüchern, empfinde ich die Stimmungen und künstlerischen Haltungen nach. Und in den kleinen Buchmalereien lebt das alles wieder auf, was vor über 50 Jahren begann. Auf meinem Bildschirm läuft eine Diashow der Malereien von 2022. Das sind reduzierte Gesten mit Haarstrukturen in Wasserfarben.

Auf Rolle 12 bestätigte sich, dass das trotzige Fortfahren der durchgezeichneten Wiederholungen auf der Außenschicht des zusammengerollten Transparentpapiers, der richtige Weg ist und bleibt. Jetzt bildet sich eine andere Kraft. In der Fortsetzung entsteht auch eine Perspektive, wie es weitergehen kann.
