
Die Lektüre der Dokumentation „Rädelsführer“, unseres Aufruhrs 1976 in der Pädagogischen Hochschule Erfurt vor 50 Jahren, macht verschüttete Erlebnisse wieder zu Erinnerungsbildern. Und Gleichzeitig erwächst der Wunsch, das alles noch einmal zu durchdenken, um die Haltungen von damals nachzuempfinden und sie bei der Produktion einer bildnerischen Arbeit dazu, wenigstens teilweise wieder einnehmen zu können.

Vorgestern sah ich mir auf Rolle 10 noch einmal die Stasisequenz an, mit der ich eine andere Lebensphase aufarbeitete. Die Einsicht in die Akte aus der Zeit in Erfurt, ist eine Voraussetzung für eine weitere solche Arbeit. Es kostet etwas Überwindung, diese Forschung zu machen, daran zu gehen, die Akte aufzustöbern und sich wieder zu konfrontieren.

Bei der Lektüre der Dokumentation sind mir manche Studenten, Professoren und Dozenten wieder eingefallen und die entsprechenden Szenen, die ich mit ihnen erlebt habe. Allerdings gibt es aus dieser Zeit noch kein Tagebuch von mir. Auch die Mittel, das ganze künstlerisch zu fassen, hatte ich damals noch nicht. Nun aber kann ich meine Erlebnisse in eine Form bringen und sie auf diese Weise festhalten.
